Gütersloh liegt einerseits doch recht weit entfernt, andererseits war davon auszugehen, dass nicht alle Spitzenteams in voller Stärke diese Fahrt antreten würden. Für mich als Fahrer gab es jedenfalls schon mal eine Ausrede vorweg...3.5 Stunden Fahrzeit schüttelt man nicht mehr so leicht aus den Kleidern (in meinem Alter). Mit Udo und Jochen an 1 und 2, bzw. Mark an Brett 4 hatten wir eine sehr gute Mannschaft zusammen bekommen und ein Blick auf die Aufstellungen der Konkurrenz zeigte, dass eigentlich nur Bochum nominell vor uns lag und auch die sicherlich schlagbar waren. Es fehlten die ansonsten starken Aachener Vereine, Mühlheim, Porz, Elberfeld, Dinslaken, um nur einige zu nennen. Nach Setzliste waren wir schon Dritter und das bei unseren eher als zu niedrig eingeschätzten Zahlen (wahrscheinlich eine Fehleinschätzung). Gleich zu Beginn verloren wir gegen den SV Ahlen und nach einem Sieg gegen Lasker kam noch eine verdiente Niederlage gegen SF Lieme dazu. Hier kommt zumindest für mich eine weitere Ausrede zum Einsatz, 2D-Lichess versus 3D mit realen Gegnern am Brett sorgte anfangs bei mir für einige Halluzinationen und unglaubliche Szenen spielten sich an meinem Brett ab. Alles andere als zufrieden können Udo mit 9 Pkt an Brett 1 und Jochen mit ebenfalls 9 Pkt. an Brett 2 sein. Meine 11 Pkt. sind auch indiskutabel, lediglich Mark spielte mit 14.5 Pkt aus 18 Runden eine saubere Performance. Leider konnte er damit nicht alle drei aus dem Dreck ziehen. Das mal einer oder zwei unter Normalform spielen, hatte ich schon erlebt, aber gleich drei. Nun denn, die anderen können es eben auch und manchmal auch eben besser. Nach einer Rückfahrt mit leicht gedämpfter Stimmung kehrten wir noch bei einem Griechen zum wohl verdientem Frustbierchen mit fettigem Allerlei ein. Alles in allem ein schöner Ausflug bei schönem Reisewetterchen mit geselligem Ausklang, wenn da nicht das gruselige Schach gewesen wäre.