Link zur Turnierseite : 1. Mannschaft (NRW-Klasse Gruppe 4)

Am Sonntag hatten wir die erste Mannschaft von Weiße Dame Borbeck aus Essen zu Gast. Unsere Gegner traten mit den ersten 8 an. Dennoch hatten wir insgesamt leichte DWZ-Vorteile. Für mich als ehemaligen Essener war es besonders schön, mal wieder so viele bekannte Gesichter zu sehen. Allerdings hatte ich meinen Gegner noch als 12-jährigen Jungen mit ca. 1200 DWZ in Erinnerung. Seitdem ist viel Zeit vergangen. 
 
Am 8. Brett brachte uns Werner etwas überraschend in Führung. Durch einen taktischen Schlag konnte er die Qualität gewinnen, was seinen Gegner zur Aufgabe bewog. Zu dem Zeitpunkt hatte Micha an Brett 7 eine Figur weniger und ich war an Brett 4 mit einem Bauern im Rückstand. Es sah also nicht sonderlich gut für uns aus. 
 
Stephan willigte ins Remis ein, nachdem sein Gegner alle Angriffsbemühungen neutralisiert hatte und die Stellung verflachte. Auch Daniel an Brett 5 und Christian an Brett 6 kamen nicht über Remis hinaus, obwohl sie zwischendurch vielversprechend standen. 
 
Dann kippte der Kampf plötzlich zu unseren Gunsten. Micha gewann die Figur zurück und kurz darauf auch die Partie, als er mit seinen Schwerfiguren auf die Grundreihe eindrang und undeckbar Matt drohte. Sascha überspielte seinen Gegner zur 3:0 Führung. Ich konnte mich in eine Zugwiederholung retten und so einen weiteren halben Punkt beisteuern.
 
Beim Stand von 5:2 spielte nur noch Carsten. Er hatte eine sehr verrammelte Stellung mit Läuferpaar + Springer und fünf Bauern gegen Läufer + Springerpaar und fünf Bauern. Sein Gegner war zur Passivität gezwungen und versuchte den Laden dicht zu halten. Doch Carsten knetete und lavierte und schuf aus einem Nanovorteil einen Mikrovorteil, dann einen Minivorteil usw, bis die Stellung zusammenbrach. 6:2! Insgesamt war der Mannschaftssieg verdient, allerdings in der Höhe etwas zu hoch. 
 
Am 8.11. müssen wir auswärts gegen den Tabellenführer aus Wattenscheid antreten. Wenn die so antreten wie bisher, werden wir da nur Außenseiterchancen haben.
 

Am Sonntag starteten wir mit einem Heimspiel gegen den NRW-Liga Absteiger Elberfeld in die neue Saison. Wir traten nahezu in Bestbesetzung an, während Elberfeld mit vielen Ersatzleuten antrat. Wir hatten einen durchschnittlichen DWZ-Vorteil von 150 Punkten pro Brett und waren klarer Favorit. Aber wie heißt es so schön im Fußball: "Wichtig ist auf'm Platz!". Und da gelang uns heute nicht so viel.

Sascha kam am 1. Brett zu einem schnellen Remis, nachdem er die Angriffsbemühungen seines Gegners neutralisiert hatte. Unser zurückgekehrter Neuzugang Stephan machte am zweiten Brett mächtig Druck, sowohl in der Stellung als auch auf der Uhr. Unserer anderer Rückkehrer Micha an Brett 8 spielte eine schnörkellose Angriffspartie und gewann erst die Qualität und kurz darauf die Partie. Apropos Qualität. Jan Eric an Brett 5 und Daniel an Brett 6 übersahen beide die Drohungen ihrer Gegner und büßten die Qualität ein. Danach stemmten sie sich gegen den Verlust.

Nach einem Generalabtausch war in meiner Stellung nichts mehr los und wir einigten uns auf Remis. Zu diesem Zeitpunkt stand Carsten an Brett 3 sehr vielversprechend. Er hatte die gegnerische Königsstellung aufgerissen und drohte, ihn mit seinen Schwerfiguren in wenigen Zügen matt zu setzen. Auch Udo stand am 7. Brett leicht besser. Er hatte etwas Initiative und es sah danach aus, als würde er die Stellung seines Gegners bald knacken. Doch dann kippte der Mannschaftskampf zu unseren Ungunsten. Carstens Gegner entwischte sämtlichen Drohungen, tauschte die Türme und wickelte in ein Endspiel mit Dame, Läufer und ein paar Bauern ab. Das Endspiel sah zwar lange remislich aus, aber Carsten konnte das Eindringen der generischen Dame nicht verhindern und wurde schließlich mattgesetzt.

Nach überstandener Zeitkontrolle hing der Ausgang des Mannschaftskampfes von Stephan, Jan Eric, Daniel und Udo ab. Jan Eric mühte sich sehr lange gegen einen gefährlichen Freibauern ab und verteidigte sich geschickt. Als er ein Endspiel mit Springer + 2 Bauern gegen Turm + 2 Bauern auf dem Brett hatte, wurde er allmählich austempiert und musste doch noch die Segel streichen. Udo musste schließlich auch die Gewinnbemühungen einstellen und ins Remis einwilligen. Sein jugendlicher Gegner hat sich die ganze Partie über sehr umsichtig verteidigt, bis Udo keine Gewinnmöglichkeit mehr sah. Stephan hatte nach der Zeitkontrolle ein kompliziertes Turmendspiel, in dem er zwar einen Bauern weniger, dafür aber einen weit vorgerückten Freibauern hatte. Er hatte noch über eine Stunde Bedenkzeit, sein Gegner nur noch knapp drei Minuten. Stephan spielte sehr aktiv und schaffte es schließlich, den Freibauern ins Ziel zu bringen und die Partie zu gewinnen.

Beim Stand von 3,5:3,5 spielte nur noch Daniel. Er kam noch mal zurück in die Partie, nachdem sein junger Gegner die Qualität zurück einstellte. In einem materiell ausgeglichenen Endspiel mit Turm, Springer und 2 Bauern hätte man durchaus noch etwas versuchen können, aber auch leicht überziehen bzw. fehlgreifen können. Beiden war der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach und so endete der Mannschaftskampf 4:4.

Am 11.10. haben wir unser nächstes Heimspiel gegen Weiße Dame Borbeck.

Sonntag früh sagte unser achtes Brett krankheitsbedingt ab. Da parallel auch unsere zweite und dritte Mannschaft ein Spiel hatten und die Nachricht kurz vor der Abfahrt kam, mussten wir zu siebt antreten. Nach einiger Überlegung entschieden wir uns dazu, das achte Brett freizulassen. So hatten wir wenigstens vier Weißpartien und brachten unsere Vorbereitung nicht durcheinander.

Am Sonntag spielten mal wieder unsere erste und zweite Mannschaft gleichzeitig. Das lange Herumfeilen an der idealen Aufstellung hat sich gelohnt. Von der Aufstellung her sah es nach einem knappen Mannschaftskampf aus.

Leider starteten wir ziemlich schlecht. Ich machte an Brett 3 den Anfang und verlor einen Bauern ohne Kompensation. Als der zweite Bauer fiel, gab ich in hoffnungsloser Stellung auf. Auch Carsten machte es an Brett 2 kaum besser. Sein Gegner startete früh mit g4, g5, h4 und h5 eine Bauernoffensive gegen den unrochierten König. Carsten fand kein vernünftiges Gegenspiel und verlor. Daniel stand an Brett 5 ebenfalls auf verlorenem Posten. Seine Königsstellung war aufgerissen und sein Gegner übte mit der Dame, zwei Türmen und einem Monsterspringer auf e4 ziemlich großen Druck aus. Glücklicherweise fand er nicht den Gewinn bringenden Durchbruch. Daniel konnte durch ein Qualitätsopfer den Monsterspringer beseitigen und seinerseits einen Monsterspringer auf e5 installieren. Der Druck war neutralisiert und die Partie endete Remis.

Bei einem Rückstand von 0,5:2,5 schöpften wir auf einmal Hoffnung. Denn wir standen an vier Brettern richtig gut. Sascha konnte sich am Damenflügel einen Mehrbauern erarbeiten und zum Sieg verwerten. Jan Eric gelangte an Brett 6 in ein Endspiel mit Läufer und Springer gegen gleichfarbigen Läufer und Springer. Seine Bauern standen alle perfekt, während die Bauern des Gegners alle schwach waren. Als er zwei Bauern mehr hatte, gab sein Gegner auf. Alex drang mit seiner Dame in die gegnerische Stellung ein und eroberte einen Bauern. Danach tauschte er lehrbuchmäßig die Figuren und wickelte in ein Endspiel mit Springer und Mehrbauern gegen Läufer ab. Die Bauern stellte er alle auf die richtige Farbe, sodass der Läufer sie nicht angreifen konnte. Danach verwertete er seinen Mehrbauern zur 3,5:2,5 Führung für uns. Das Spiel war komplett gedreht. Und dann war da noch unsere Geheimwaffe Andreas an Brett 8. Er spielte eine muntere Angriffspartie. Durch ein Qualitätsopfer bekam er einen starken Mattangriff. Der Gegner musste die Qualität und zwei Bauern geben, um nicht matt zu werden. Danach verteidigte er sich zwar noch zäh, aber Andreas ließ sich nicht beirren und schaukelte die Partie souverän nach Hause. 

Damit hatten wir gewonnen und Horsts Niederlage an Brett vier nach 80 Zügen und gefühlten sechs Stunden langem Kampf fiel nicht mehr ins Gewicht.

Dadurch, dass Siebengebirge gegen Welper verloren hat, können wir nicht mehr absteigen. Am 3. Mai endet die Saison. Da empfangen wir den Tabellenletzten aus Wattenscheid. Für Wattenscheid geht es auch um nichts mehr, da sie als Absteiger bereits feststehen. Für beide Mannschaften geht es nur noch um einen versöhnlichen Saisonabschluss nach einer durchwachsenen Saison.

Nach drei Niederlagen in Folge mussten wir am Sonntag endlich mal wieder gewinnen, um die Abstiegsränge zu verlassen. Unsere Gegner aus dem Siebengebirge stecken ebenfalls im Abstiegskampf und brauchten ebenfalls einen Sieg. Beide Mannschaften traten in Bestbesetzung an. 

Mit Udo an Brett 8 hatten wir einen vollen Punkt eingeplant. Alle anderen Paarungen waren ausgeglichener. Sascha bekam es am ersten Brett mit IM Martin Borriss zu tun. Endlich hatte er mal einen stärkeren Gegner, bei dem er nicht unter Gewinnzwang stand.